Fair Play und Faire Riegel – das Marienberg Sportfest 2015

Zum Abschluss des Schuljahres 2014/15 fand auch heuer wieder am Donnerstag , den 9. Juli – einen Tag vor Ferienbeginn – das seit einigen Jahren traditionelle Sportfest auf den Sportanlagen des nahegelegenen Marianums statt.

Alle noch anwesenden Klassen messen sich dabei bis Mittag in zwei Disziplinen: Fußball (6 Feldspielerinnen, mit Lehrerunterstützung) und Völkerball. Eine zusätzliche Wertung gibt es für die jeweiligen Fanclubs der Klassen, hier wird von einer Lehrer-Jury vor allem Kreativität und Originalität beim Umsetzen des selbst gewählten Mottos, sowie die Lautstärke der Anfeuerungsrufe bewertet 😉 Die Platzierungen in allen drei Kategorien werden zusammengezählt und so ergibt sich der Gesamtsieger des Tages. Neben dem Wettkampf und der Klassengemeinschaft stehen vor allem Spaß und Spiel im Vordergrund!

Heuer wurde die traditionelle Jause (Leberkäse- und Käse-Semmel, Getränke) durch einen fairen, süßen Akzent ergänzt: Unsere Kollegin und Fair Trade Marienberg School Team-Mitglied Andrea Stockinger hat gemeinsam mit einigen Schülerinnen im Vorfeld „faire Müsliriegel“ zubereitet. Möglichst viele der Zutaten für ihren Cashew-Riegel hat sie aus dem Weltladen Bregenz bezogen. Die Schülerinnen haben ergänzend dazu auf kleinen Plakaten Informationen zu den Zutaten und zum Fairen Handel aufgearbeitet.

Die kleinen Energiespender fanden in den Spielpausen großen Anklang bei den Schülerinnen und den Lehrpersonen. Wir danken Andrea für ihren Einsatz und für die tolle Idee!DSC04278

„Shoppen einmal anders“ – der Weltladen als Lernort und ein kritischer Blick auf den fairen Handel

Der Fächerkanon unserer HLW bietet viele Gelegenheiten, das Thema „Fair Trade“ in den Unterricht verschiedenster Jahrgänge zu integrieren. Zwei Beispiele aus dem heurigen Schuljahr möchten wir kurz vorstellen:

Als Vorbereitung auf die Betreuung des Fair Trade Points durch ein Team von Schülerinnen der 2. Klassen der Fachschule besuchten zwei Gruppen des Ausbildungsschwerpunktes „Ernährung – Gesundheit – Betriebswirtschaft“ mit ihren Lehrpersonen Martina Fend und Sabrina Bürkle im Herbst 2014 den Weltladen Bregenz. Die Leiterin Eva Riedel und ihr Mann Helmut sind seit vielen Jahren unsere Partner beim Fair Trade Point und haben immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen und eine offene Tür für einen Besuch (auch wenn das kleine Geschäft dann aus allen Nähten platzt!).

Nach einer Einführung samt Fragerunde bekommen die Schülerinnen in kleinen Teams ein Arbeitsblatt um das Weltladen-Geschäft auf eigene Faust zu erkunden. Dabei werden auch wichtige Informationen für den Ernährungslehre-Unterricht (Warenkunde) gesammelt. Besonders aktiv werden die Schülerinnen bei der letzten Aufgabe: „Finde ein passendes Geburtstags-Geschenk für deine Freundin um maximal 10 Euro!“ Eine wichtige Erfahrung: Geschäfte wie der Weltladen sind nicht nur Einkaufsmöglichkeit, sondern Orte der Begegnung und des Lernens!

Unser dreijähriger Aufbaulehrgang bietet im Schwerpunkt „Kultur – Wirtschaft – Soziales“ ebenfalls eine ideale Plattform für das Thema. Hier haben zwei Schülerinnen der zweiten Klasse den Fairen Handel als Referatsthema gewählt. Die sehr gelungene Zusammenfassung in Form eines Lückentextes konnte die Kollegin Karoline Bechter dann in ihren Unterricht in der ersten Klasse Aufbaulehrgang integrieren. Mit einem kritischen Weltjournal-Bericht über den fairen Handel (Jänner 2012) und den verschiedenen Stellungnahmen dazu wurde in einem weiteren Schritt in der Klasse eine spannende Diskussion eingeleitet. Ganz im Sinne der ARGE Weltladen, die sich selbst zu einer kritischen Auseinandersetzung und ständigen Reflexion als Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Fair Trade Gedankens verpflichten!

Lückentext Fairer Handel

Aktionsplan

Als wir mit dem Ansinnen, uns um das Zertifikat einer FAIRTRADE-Schule zu bewerben, an unseren Herrn Direktor herantraten, war die Reaktion: „Selbstverständlich – das sind wir doch schon eigentlich!“

Damit war klar, dass jede unserer Aktionen willkommen geheißen wurde – und sie werden mit Sicherheit über das hinausgehen, was im Aktionsplan als Minimum festgelegt wurde …

… was sich auch schon bald herausstellte: Nicht nur, dass das Angebot an Fairtrade-Waren noch weiter ausgebaut werden sollte und für unsere Kolleg_innen Fairtrade ein wichtiges Thema im Unterricht darstellt, ergab sich darüber hinaus schon eine Teilnahme am Projekt „Eathink“ des Südwind.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

In der ersten Maihälfte wurde es in manchen Klassen hektisch!
Da unsere Schule auch bei dem Projekt „Eathink“, das vom „Südwind“ organisiert wird, teilnimmt, haben sich einige Klassen bzw. Gruppen auch entschlossen, am ausgeschriebenen Fotowettbewerb (Einsendeschluss 15.5.) teilzunehmen. In wenigen Bildern sollte aufgezeigt werden, wo unsere Nahrung herkommt und was alles mit ihr verbunden ist – ein Thema, das natürlich auch mit dem fairen Handel zu tun hat!
Die Schülergruppen aus vierten und fünften Klassen haben sehr selbstständig agiert; das Einzige, wobei eine Gruppe Hilfe brauchte, war Folgendes: Sie wollten mit Hilfe von Menschenmengen veranschaulichen, wie viel Wasser bei der Produktion verschiedener Lebensmittel verbraucht wird (eine Person entspricht 2 Liter Wasser, dem Tagesverbrauch). Dazu wurde in einer 15-Minuten-Pause die Unterstufe im Schulhof vergattert, um sich ablichten zu lassen. Natürlich wollten die Schüler_innen wissen, wozu das gut sein soll – und so haben sie auch nebenbei etwas über nachhaltige und nicht nachhaltige Lebensmittelproduktion erfahren …..
Alle Werke unserer Schüler und Schülerinnen werden bei der EXPO in Mailand, die sich ja um das Thema „Ernährung“ dreht, gezeigt; und manche davon kommen vielleicht auch in Unterrichtsmedien zum Einsatz, die im Rahmen von „Eathink“ erstellt werden.

Denn genau darin besteht der Sinn dieses über drei Jahre laufenden Projekts: Dass Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Vertreter_innen von NGO-Organisationen, Bäuerinnen und Bauern und Schulbehörden vieler Länder zusammen arbeiten, um die Menschen sensibel dafür zu machen, wo ihre Nahrung herkommen und welche Auswirkungen die Nahrungsmittelproduktion haben kann. Momentan sind an dem Projekt außer Österreichern bereits Vertreter aus Italien, Spanien, Malta, Rumänien, Polen, Kroatien, Ungarn, Slowenien, Portugal und Frankreich beteiligt. Da sich die diesjährige EXPO in Mailand mit dem Thema „Ernährung“ beschäftigt, ist auch dort ein Arbeitstreffen der beteiligten Staaten, an dem auch eine Vertreterin unserer Schule teilnimmt.

Mehr als ein T-Shirt

Die 3C beschäftigte sich im Herbst 2014 im Geschichtsunterricht mit der Frage, wo denn die T-Shirts her kämen. Zuerst starteten sie eine Umfrage, welchen Marken denn ihre Mitschüler_innen den Vorzug gäben. Danach informierten sie sich über die Produktionsbedingungen. Sie waren erstaunt und erschüttert, unter welchen Umständen die meisten dieser Leibchen erzeugt werden. Daher waren die nächsten Fragen nur logisch: Sollte man nicht an diesen Faktoren etwas ändern und wie viel wäre man bereit, dafür mehr zu zahlen?
Abgerundet wurdet die Recherche durch einen Besuch im Weltladen Stammersdorf und durch die Gestaltung eigener – natürlich fairer! – T-Shirts.
Ihre Ergebnisse fassten Sie in einem Plakat zusammen.

So schmeckt Zukunft

Am 29. April 2015 drängten sich über 40 Schüler_innen in unserem KoSo-LAB um zwei Gästen zuzuhören. Wer glaubt, das könne nur im Chaos enden, hat sich geirrt: Gebannt horchten die Fünftklässler den zwei Personen zu, die einen kleinen Einblick in ihr Lebensumfeld gaben: Frau Shoba und Herr Elango aus Indien begegneten unseren vorgefertigten Meinungen über dieses Land und rückten sie zurecht.
Unter dem Motto: „Wie schmeckt die Zukunft? – von Curry und heiligen Kühen“ waren sie auf Einladung der Katholischen Aktion Wien durch die Schulen getourt. Frau Nayar Shoba ist als Regionalmanagerin für Fairtrade Tat für Tag mit den negativen Auswirkungen des Welthandels konfrontiert. Klimawandel und Globalisierung werden für die indischen Kleinbauern und -bäuerinnen zunehmend existenzbedrohend. Die studierte Agrarwirtin setzt sich für eine faire Entlohnung der Arbeiter_innen und Unabhängigkeit der Produzent_innen ein. Sie beeindruckte uns durch ihre energische und dynamische, aber sehr liebenswerte Art.
Herr Raghunathan Elango ist seit neun Jahren Konsulent aller Programme von Dreikönigsaktion und Katholischer Frauenbewegung in Südindien. Er kann beobachten, wie sich dadurch die Situation in Tamil Nadu verändert und tut selbst alles dazu, damit immer mehr Menschen „gut leben“ können. Er sieht auch den Vorteil der Globalisierung: Wenn man weltweit voneinander lernt!

Dies haben diese beiden Botschafter erreicht, denn es wir uns in Erinnerung bleiben: die Vielfalt der Sprachen in diesem Land, der große Respekt, mit dem sie den Menschen gegenübertreten (weil in jedem etwas Göttliches steckt – wir haben das in unserer Kultur schon vergessen, verdrängt, verworfen – schade!) und vor allem auch die Fülle an Gerüchen! Denn die Gäste brachten allerlei Gewürze mit und ließen raten, was denn nun Curry sei – die richtige Antwort, selbstverständlich, lautet: Alles zusammen! Oder, wie Frau Shoba es ausdrückte: Es braucht ganz Indien, um ein gutes Curry zusammenzubringen!

Die Frage, die bleibt, ist: und welchen Beitrag leisten WIR zum Wohlgeschmack des Weltcurrys?

Denn so sollte Zukunft schmecken: wie ein harmonisches Weltcurry ….

Gründen, was schon grundgelegt ist

Eigentlich brauchten wir die Idee des Fairen Handelns in unserer Schule gar nicht mehr zu verankern – denn das ist sie schon seit über 20 Jahren durch regelmäßige Fairtradestände an Sprechtagen! Außerdem gibt es seit dem Schuljahr 2012/13 auch ein ständiges Angebot an Fairtradetrockenfrüchten, – nüssen und -schokoladen im Lehrerzimmer. Selbstverständlich kommt das Thema auch bei vielen Kollegen und Kolleginnen im Unterricht zur Sprache.
Ein bisschen mehr geht aber immer, also trafen einander am 10.11.2014 neun Schüler_innen, eine Lehrerin und eine Mutter, um ein Fairtrade-Team auf die Beine zu stellen. Dabei wurde die Idee geboren, auch im Buffet einige Fairtradeprodukte anzubieten. Die Wahl fiel schließlich auf 4 Arten der Sorte „Fairetta“. Außerdem wurde eingeführt, dass jeweils am letzten Donnerstag eines Monats ein reichhaltigeres Süßigkeitenangebot aus fairem Handel zum Verkauf stehen soll. Damit dies nicht allzu sehr in Schokolade-Orgien ausartet, wurde schließlich der Schwerpunkt auf Trockenfrüchte, Fruchtriegel und Nüsse verlagert – schließlich sind „Wiffzack“ und „Blitzgscheit“ ja wirklich perfekte Pausensnacks!

Wir werden uns noch weiter den Kopf darüber zerbrechen, wo wir die Verwendung von Fairtrade-Produkten selbstverständlich werden lassen können und lassen uns bestimmt auch noch eine Aktion zum Hingucken und Nachdenken zu diesem Thema einfallen!
Woran wir allerdings eindeutig noch arbeiten müssen, ist die Dokumentation: aufs Fotografieren haben wir völlig vergessen!!

Unser FAIR TRADE Point – ein Treffpunkt für alle!

Seit fast 10 Jahren gibt es ihn schon an unserer Schule…den beliebten Treffpunkt für alle Schülerinnen in der großen Pause, den Fair Trade Point Marienberg. Ein kleines, aber feines, rollendes und aufklappbares Verkaufs- und Lagermöbel aus Holz, finanziert von unserem Partner, dem Weltladen Bregenz. Jedes Jahr findet sich ein kleines Team einer zweiten Klasse Fachschule und übt für mehrere Monate die Praxis des Einzelhandels. Sie bestellen die fairen Produkte im Weltladen (Schokoriegel, Mangos und andere Trockenfrüchte, Chips, Kaffee – für die Lehrer, Eistee und Mategetränke,…) und verkaufen sie zwei oder mehrmals pro Woche in der großen Pause und rechnen schließlich auch mit unserem fairen „Haus- und Hoflieferanten“ Helmut ab.

Auch am Tag der offenen Tür unserer Schule sowie an Elternsprechtagen ist das Team im Einsatz. Die Einschulung erfolgt jeweils durch das Team des Vorjahres. Der kleine Verkaufserlös ist neben vielen wichtigen Lernerfahrungen die Belohnung für die Schülerinnen der Teams, manche spenden diesen für eine soziale bzw. caritative Sache. Immer wieder entstehen daraus auch schriftliche Arbeiten für den Fachschulabschluss. So wird das Thema Fair Trade über die Pause hinaus auch wieder Fair Trade Point Team 2014_15in den Unterricht gebracht.

Heuer haben zwei Teams auf der 2FA und der 2FB gemeinsam den Fair Trade Point betreut. Danke an Laura, Anastasija, Sultan, Nena, Amina und Katharina!

WIR BEWEGEN ETWAS! Die HLW Marienberg auf dem Weg zur „Fair Trade School“

Das heurige Schuljahr war für unsere Schule, die HLW Marienberg in Bregenz, geprägt von vielen Neuerungen: neuer Lehrplan, Einführung der neuen RDP inclusive Diplomarbeiten, aber auch die beginnenden Arbeiten an einem Neubau für unsere Schule, auf den wir seit vielen Jahren gewartet haben! In diesem Jahr voller Veränderungen hat sich ein Team von Lehrpersonen, Schülerinnen und Eltern gefunden, dass noch etwas an unserer Schule fair-ändern möchte: die Ideen des Fairen Handels sollen noch stärker als bisher und vor allem sichtbarer in den Schulalltag integriert werden!

Am 21.5.2015 war es dann auch endlich soweit – wir konnten das Fair Trade School Team Marienberg offiziell gründen und uns so auf den Weg zu einer zertifizierten Fair Trade Schule zu machen. Mit viel Begeisterung und noch mehr Ideen haben wir die bisher schon  geleistete Arbeit zusammengetragen und Pläne für die Zukunft geschmiedet!

Als Vertreter des Schulteams darf ich allen dafür ganz herzlich „DANKE“ sagen!

 

Rainer JohlerMarienberg

FAIRTRADE und Gesundheit und Soziales

Supra
Supra
Im Juni wurde in den Fachschulklassen 2a, 2b und 2c FW sich im Unterrichtsfach Gesundheit und Soziales das Thema Fairer Handel thematisiert.

Zunächst wurde mit Brainstorming das Vorwissen eruiert. Manche Schülerinnen hatten schon Workshops in der Hauptschule besucht und konnten mit Fakten punkten.

Im nächsten Schritt wurden gemeinsam die Standards von Fair Trade erarbeitet und besprochen, wofür das FAIRTRADE Gütesiegel steht.
Anschließend wählten Schülerteams unterschiedlichste Produkte, für die sie Folder selbst erstellten und anschließend auch Videos zur besseren Bewerbung von fair gehandelten Produkten.

Zum Abschluss besuchten zwei Klassen den Workshop „Der lange Weg der Jeans“ im Dialog Center der Arbeiterkammer OÖ um einen besonders guten Einblick in die Baumwollproduktion
zu bekommen.
30. Juni 2015, Mag. Marlene Fritz